Hinweise zum Verfassen einer Abschlussarbeit
Aus WeissWiki
Die "Hinweise zum Verfassen einer Abschlussarbeit" sind in Bearbeitung, daher sind einige Punkte noch nicht ausformuliert. Diese Hinweise gelten vor allem für Studierende eines sozialwissenschaftlichen Studiengangs mit dem Schwerpunkt auf quantitativ-empirische Methoden.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Vorkenntnisse
Die folgenden (Vor-)Kenntnisse müssen im Studium erworben worden sein und es ist (aus Erfahrung) dringend davon abzuraten, sich erst während des Schreibens der Abschlussarbeit damit zu befassen. Sie müssen mit einem Statistikprogramm und einem Textverarbeitungs/-satzprogramm umgehen können. Außerdem sollten Sie grundlegende Kenntnisse der Statistik besitzen.. Das ist Ihr Handwerkszeug, beherrschen Sie es! Hinterfragen Sie sich selbstkritisch, ob Sie dazu tatsächlich in der Lage sind. Sollten Sie zu dem Schluss kommen, dass Ihre Kenntnisse nicht ausreichen, dann nutzen Sie die Fortbildungsmöglichkeiten an der Universität zu Köln.
[Bearbeiten] Statistikprogramm
Kenntnisse eines der gängigen Statistikpakete (R, Stata, SPSS, SAS, ...) müssen unbedingt vorhanden sein; MS-Excel oder OpenOffice-Calc sind keine geeignete Software, um in Köln eine sozialwissenschaftliche Abschlussarbeit zu verfassen.
Statistikpakete wie SPSS oder Stata lassen sich über eine graphische Benutzeroberfläche oder sogenannte Batch-Dateien steuern. Das Arbeiten mit einer graphischen Benutzeroberfläche (engl. Graphical User Interface, GUI) bedeutet im Wesentlichen, dass alle Anweisungen an das Programm wie etwa "Datei laden", "Häufigkeit der Variablen X erstellen" oder "Variable Y zentrieren" mit der Maus "zusammengeklickt" werden.
Dagegen ist eine sogenannte Batch-Dateien eine Aneinanderreihung einzelner Stata-/SPSS-/R-Befehle. In Stata haben solche Batch-Dateien die Dateiendung ".do", in SPSS die Endung ".sps" (hier ist auch von Syntax-Dateien die Rede) und in R üblicherweise ".R". Sämtliche Schritte im Rahmen der Datenaufbereitung und Datenanalyse müssen in einer (oder mehreren) Batch-Dateien dokumentiert werden. Die Verwendung solcher Batch-Dateien hat drei Vorteile:
- Reproduzierbarkeit und Transparenz: Unter der Annahme, dass alle Arbeitsschritte mit Hilfe einer Batch-Datei ausgeführt wurden, können beliebige Teile der Analysen beliebig oft wiederholt werden. Die Aufbereitung eines Datensatzes ist oft sehr aufwendig und umfasst dutzende, manchmal sogar hunderte Programmanweisungen: Fehlende Werte auszeichnen, Variablen recodieren oder neu kreieren, Teildatensätze erstellen, Datensätze zusammenspielen etc. Wer diese Arbeitsschritte mit Hilfe der graphischen Benutzeroberfläche durchführt, kann sich spätesten nach zwei Wochen nicht mehr zu 100% genau daran erinnern. Ein ganz zentraler Bestandteil wissenschaftlichen Arbeiten ist aber intersubjektive Nachvollziehbarkeit. Der Tag wird kommen, da Ihr/e Dozent/-in Sie fragen wird, wie genau Sie denn dieses oder jenes gemacht haben...
- Geschwindigkeit: Der Tag ist gekommen, Sie sitzen in der Sprechstunde und Ihnen wird klar (gemacht), dass Ihnen in einer frühen Phase der Datenaufbereitung ein Fehler unterlaufen ist. Angenommen Datenaufbereitung und erste Analysen umfassen 100 Arbeitsschritte, dann müssen Sie (a) ein gutes Gedächtnis haben und (b) viel Zeit, denn das "Zusammenklicken" wird eine Weile dauern. Wie einfach und schnell ist es dagegen, beispielsweise zwei Zeilen in Ihrer Batch-Datei zu ändern und die Datei einfach erneut "durchlaufen" zu lassen.
[Bearbeiten] Textverarbeitung
Sicherlich (Hoffentlich) haben Sie schon einmal eine Hausarbeit geschrieben und dazu vermutlich MS-Word oder OpenOffice Writer genutzt. Beides sind Programme zur Textverarbeitung. Textverarbeitungen sind ein nützliches Werkzeug, wenn es darum geht, bestimmte Teile der Schreibarbeiten "der Maschine" zu überlassen.
Jede Abschlussarbeit muss unter anderem die folgenden Elemente enthalten:
- Formatvorlagen: ...
- Inhaltsverzeichnis: Wenn Sie mit Hilfe von Formatvorlagen Ihre Kapitel- oder Abschnittsüberschriften als "Überschrift 1", "Überschrift 2" etc. auszeichnen, dann sind Textverarbeitungsprogramme in der Lage, automatisch ein Inhaltsverzeichnis und die passenden Seitenangaben zu erstellen. Wenn Sie Änderungen am Text vornehmen (etwa Kapitel verschieben, neu erstellen oder streichen), dann wird dieses automatisch erstellte Inhaltsverzeichnis aktualisiert und alle Seitenangaben sind wieder korrekt. Kommen Sie bitte nie auf die Idee, ein Inhaltsverzeichnis von Hand zu erstellen!
- Nummerierung von Tabellen und Abbildungen: Jede Tabelle und jede Abbildung muss fortlaufend nummeriert sein. Textverarbeitungen sind in der Lage, sich um diese Nummerierung zu kümmern. Es wird vorkommen, dass Sie eine Tabelle oder eine Abbildung verschieben, löschen oder neu einfügen. Damit ändert sich aber auch die Nummerierung. Textverarbeitungen werden (spätestens nachdem Sie ihr Dokument neu geladen haben) die bestehende Nummerierung anpassen.
- Querverweise: Die Nummerierung von Tabellen oder Abbildungen ist kein Selbstzweck. Wenn Sie im Text die in einer Tabelle oder Abbildung dargestellten Ergebnisse beschreiben, dann müssen Sie einen Querverweis (etwa "vgl. Tabelle 14" oder "In Abbildung 3 lässt sich gut erkennen, dass ...") einfügen. Wenn Sie Tabellen/Abbildungen löschen oder neu einfügen, dass ändern sich auch alle (nachfolgenden) Querverweise. Auch in dieser Situation nehmen Ihnen die gängigen Textverarbeitungen die Arbeit ab, die Nummerierung der Querverweise anpassen zu müssen.
- Zitation und Bibliographie: ...
[Bearbeiten] Statistik
Sie sollten die folgenden statistischen Konzepte/Begriffe verstanden haben:
- Statistische Hypothesentests (Signifikanz, p-Wert, Konfidenzintervall)
- Skalenniveaus
- Unterschied zwischen bivariater und multivariater Statistik
- Multiple Regressionsmodelle
- ...
[Bearbeiten] Beratungsangebote
- An der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln gibt es das Kompetenzzentrum Schreiben, die auch eine Schreibberatung anbieten.
- Kostenlose EDV-Kurse werden u.a. vom RRZK (Regionales Rechenzentrum) oder der [WiSo-IT-Services (Geschäftsstelle für Datenverarbeitungssysteme) WiSo-IT] angeboten. Das Kursangebot umfasst etwa die Themen SPSS oder MS-Office (Word, Powerpoint).
[Bearbeiten] Aufbau der Arbeit
In den meisten Fällen liegt einer soziologischen Abschlussarbeit am Forschungsinstitut für Soziologie an der Universität zu Köln die folgende Struktur zugrunde:
- Problem
- Theorie und Stand der Forschung
- Hypothesen
- Daten und Methode
- Empirische Analysen
- Bivariate Analysen
- Multivariate Analysen
- Zusammenfassung und Diskussion
[Bearbeiten] Theorie und Stand der Forschung
[Bearbeiten] Darstellung der Theorie(n)
[Bearbeiten] Stand der Forschung
[Bearbeiten] Hypothesen
Die Abschnitte "Darstellung der Theorie(n)" und "Stand der Forschung" führen (idealerweise) direkt zu Hypothesen, die im weiteren Verlauf der Arbeit empirisch geprüft werden. Es gilt unbedingt darauf zu achten, dass eine Verknüpfung zwischen Theorie/Forschungsstand und den Hypothesen existiert.
Im Rahmen einer maximal 60 Seiten umfassenden Abschlussarbeit sollten nicht mehr als 3-5 Hypothesen geprüft werden. Möglichst Hypothesen als "Wenn-dann"- oder "Je-desto"-Aussagen formulieren. Im "Wenn/Je"-Teil steht (technisch gesprochen) eine "unabhängige" Variable, im "Dann/Desto"-Teil die/eine abhängige Variable.
Bei der Formulierung der Hypothesen unbedingt darauf achten, dass die korrekte Analyseeinheit verwendet wird.
[Bearbeiten] Daten und Methoden
- Darstellung der Datengrundlage
- Darstellung der Variablen (Operationalisierung)
- Itemformulierung
- Mittelwerte
- Standardabweichung
- Anteil fehlender Werte
- ggf. Verteilungseigenschaften und Schiefe
- Bei der Konstruktion komplexer Skalen sämtliche psychometrischen Informationen
- Darstellung der Analysestrategie
[Bearbeiten] Empirische Analysen
[Bearbeiten] Grundlegende Vorüberlegungen
- Was ist die Erhebungseinheit? Was ist die Analyseeinheit?
[Bearbeiten] Datenaufbereitung
- Fehlende Werte (Missing values) codieren
- Merkmale gruppieren (Altersklassen bilden, Merkmale dichotomisieren)
- Neue Variablen erstellen (z.B. Summenindex)
- Teildatensatz erstellen (Fälle und/oder Variablen ausschließen)
[Bearbeiten] Datenanalyse
- Skalenniveaus kennen
- Bivariate Analysen (Kreuztabellen, Korrelationskoeffizienten, Assoziationsmaße)
- Fortgeschrittene Analyseverfahren
- Psychometrische Verfahren
[Bearbeiten] Präsentation der empirischen Ergebnisse
- Keine SPSS-Tabellen verwenden
- Tabellenspalten am Dezimaltrenner ausrichten
- Im Allgemeinen keine vertikalen Linien in Tabellen verwenden

